Osteopathie Robert Lemke

 

 

Was Osteopathie ist.

 

Die Osteopathie (altgriechisch osteon = Knochen, pathos = Leiden) ist ein manuelles Untersuchungs- und Behandlungsverfahren für den Bewegungsapparat, die Organe und das Gewebe des Körpers.

Der Osteopath untersucht und behandelt auf der Basis seines umfassenden praktischen Wissens in den Bereichen Anatomie, Physiologie, Neurologie und Pathologie die Bewegungsmöglichkeit all dieser Systeme manuell und sucht nach Bewegungseinschränkungen, auf welche die Beschwerden des Patienten zurückgeführt werden können.

Diese bereits vor etwa 140 Jahren durch Dr. Andrew Taylor Still entwickelte Behandlungsform ist dem Bereich der Alternativmedizin zuzuordnen und geht grundlegend von der Annahme aus, dass die Funktionen unseres Körpers in ständiger Bewegung aufeinander abgestimmt sind.

Probleme treten dann auf, wenn diese Bewegung eingeschränkt ist, da jeder Körperteil und jedes Organ für seine optimale Funktionalität Bewegungsfreiheit benötigt. Ist diese eingeschränkt, entstehen Gewebespannungen und folglich Funktionsstörungen.

Bei der osteopathischen Behandlung liegt der Fokus der therapeutischen Arbeit einzig auf den Händen, welche diese Einschränkungen aufspüren können, um sie gezielt zu lösen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Osteopathie ist eine reizsetzende Methode – der Körper reagiert auf die mit den Händen des Therapeuten gesetzten Reize wie Manipulation, Muskeltechniken und Mobilisation. Sobald die Bewegungen der behandelten Struktur wieder stimmen, kann jene erneut vollumfänglich funktionieren.

Der medizinische Ansatz der Osteopathie ist dabei ganzheitlich, da alle Systeme unseres Körpers, die auf den Problembereich einwirken können, bei der Untersuchung und Therapie berücksichtigt werden.

Faszien beispielsweise können Veränderungen, wie etwa Funktionsstörungen, übertragen, weshalb Ursachen an einer Stelle oft zu Beschwerden in ganz anderen Körperregionen führen.

Die Osteopathie behandelt daher nie einzelne Beschwerden, sondern stets den Patienten in seiner Gesamtheit.

Hierfür bedient sie sich dreier Methoden: Die parietale Osteopathie betrachtet den Bewegungsapparat, d.h. die Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder und Faszien des Patienten.

Die kraniosakrale Osteopathie untersucht den Bereich des Schädels über die Wirbelsäule bis zum Kreuzbein.

Die viszerale Osteopathie widmet sich den inneren Organen des Brustkorbes, Bauchraumes und Beckens.

Durch die Arbeit mit Ursache-Folge-Ketten werden so nicht nur die jeweils akut auftretenden Beschwerden gelindert, sondern auch die Ursache der vorliegenden Strukturstörung, der somatischen Dysfunktion, aufgespürt und behoben, um einen langfristigen Therapieerfolg zu gewährleisten.

Osteopathie ist damit sowohl zur vorbeugenden Behandlung als auch bei einer Vielzahl von Krankheiten sinnvoll, welche Ausdruck eines beeinträchtigten Zusammenspiels der verschiedenen Körper- und Organsysteme sind.

Anwendungsbereiche der Osteopathie sind unter anderem:

Rücken- und Nackenprobleme wie Schmerzen, Blockaden und Muskelversteifung;

Gelenkprobleme verschiedener Form;

Kopfschmerzen wie Spannungskopfschmerz, Migräne und Schwindel; Sportverletzungen wie Verstauchungen, Sehnenentzündung und Krämpfe; Organbeschwerden wie Sodbrennen, Verdauungsbeschwerden und wiederkehrende Blasenentzündungen;

die Behandlung von Schwangerschaftsbeschwerden unterschiedlicher Art sowie übermäßiges Weinen, funktionale Haltungsabweichungen, Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrations- und Schlafstörungen bei Kindern.

Sie kann stets als erste Maßnahme oder begleitend zu anderen medizinischen Behandlungen zum Einsatz kommen.